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Philosophiezitate mit Quellenangaben


(Die folgenden Zitate werden auch in diesen Kriminalromanen aus dem Berlin der Weimarer Republik verwendet. In eckigen Klammern finden sich Band und Kapitel der Serie. Abkürzungen: DT = Dunkle Tage, OC = Organisation C., Inf = Inflation!, Zep = Zeppelin 126, Aus = Ausgeleuchtet, SR = Schwarze Reichswehr, SD = Schwarzer Donnerstag, D = Dolchstoß!, Rep = Aufmarsch der Republikfeinde)

Abaelard, Peter:

  • Es ist nämlich nicht das zu beurteilen, was geschieht, sondern mit welcher Gesinnung etwas geschieht, und nicht im Werk, sondern in der Intention des Handelnden bestehen Verdienst oder Lob. (Erkenne dich selbst, § 17) [DT, 7]

Aristoteles:

  • (Texte über das Werdende) (Physik II,3) [DT, 27]

  • Freundschaft ist eine Seele in zwei Körpern. (nach Diogenes Laertios 5,20 bzw. findet es sich auch umschrieben in der Nikomachischen Ethik, 9,4) [OC, 13]

  • (Zu jemandem, der sich seiner Abkunft aus einer großen Stadt rühmt:) Nicht darauf kommt es an, sondern darauf, dass man sich eines großen Vaterlandes auch würdig erweist. (Diogenes Laertios 5,19) [Inf, 16]

  • Und es ist auch richtig, die Philosophie Wissenschaft der Wahrheit zu nennen. (Metaphysik II 1, 993 b 20) [SD, 1]

  • Für die richtige Erkenntnis sind gründliche Zweifel unabdingbar. (Metaphysik III, 1) [SD, 1]

Augustinus:

  • Die Seele nährt sich von dem, woran sie sich erfreut. (Bekenntnisse 13; 27,42) [SR, 1]

  • Wunder geschehen nicht im Widerspruch zu den Naturgesetzen, sondern im Widerspruch zu dem, was wir von den Naturgesetzen wissen. (Der Gottesstaat 21,8) [D, 32]

Berkeley, George:

  • Sein heißt Wahrgenommenwerden. (Philosophisches Tagebuch, Nr. 429) [D, 27]

Descartes, René:

  • Die erste Regel war, niemals etwas als wahr zu akzeptieren, was ich nicht evidentermaßen als solches erkenne, d.h. alle Überstürzung und alle Vorurteile aufs Sorgfältigste zu vermeiden. (...) Die zweite besagte, jede der Schwierigkeiten, die ich untersuchen würde, in so viele Teile zu zerlegen, wie es möglich und erforderlich sein würde, um sie leichter zu lösen. (Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs, 2. Kap.) [SR, 29]

  • Es genügt nicht, einen guten Kopf zu haben. Die Hauptsache ist, ihn richtig anzuwenden. (Abhandlung über die Methode, 1. Kap.) [D,3]

  • Ich denke, also bin ich. (Principia philosophiae I.7) bzw. Ego sum, ego existo (Ich bin, ich existiere) (Meditationes de prima philosophia II) [D, 27]

Diogenes von Sinope

  • (geht mit einer Laterne am hellichten Tag über den Marktplatz Athens:) Ich suche einen Menschen. (Diogenes Laertios 6,41) [Aus 1]

  • (bezeichnet Siegerkränze als Ruhm-Geschwüre) (Diogenes Laertios 6, 41) [SR, 4]

Epiktet:

  • (Texte darüber, die Dinge hinzunehmen, die zu ändern nicht in unserer Macht steht) (Handbuch 1-3) [DT, 2]

  • Man muss es machen wie beim Würfelspiel: Die Würfel sind gleichgültig. Woher kann ich wissen, was fallen wird? Aber von dem, was fällt, einen sorgfältigen und geschickten Gebrauch zu machen, das ist nun meine Aufgabe. (Gespräche II, 5.2) [Rep, 37]

Epikur:

  • Von allem, was die Weisheit für die Glückseligkeit des Lebens bereitstellt, ist bei weitem das Größte der Erwerb der Freundschaft. (Hauptlehrsätze 27) [DT, 17]

  • Der Tod ist nichts, was uns betrifft. So lange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. (Brief an Menoikeus, 125) [OC, 21]

  • Du aber bist nicht Herr des morgigen Tages und schiebst dennoch das Erfreuliche auf. Das Leben geht unter Zaudern verloren, und jeder Einzelne von uns stirbt in seiner Unrast. (Hauptlehrsätze 14) [OC, 29]

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich:

  • Das Wahre ist das Ganze. (Phänomenologie des Geistes, Vorrede) [OC, 15]

Heraklit:

  • Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. (nach Plutarch: Fragment 91 bzw. Platon: Kratylos 402a) [OC, 27]

  • Pantha rei, alles fließt. (nach Platon: Kratylos 402a) [OC, 27]

  • Wer Unerhofftes nicht erhofft, kann es nicht finden. (B 18) [Aus 33]

Herder, Johann Gottfried:

  • Jeder klassische Schöndenker hat Gelegenheit, ganze Jahrhunderte auf Barbarei, Aberglauben und Dummheit zu schmälen ... (Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit. Ich habe mir erlaubt, Auszüge aus Abschnitt 2 und 3 verkürzt zusammenzustellen) [DT, Nachwort]

Kant, Immanuel:

  • Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. (Was ist Aufklärung) [DT, 7]

  • Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gern zeitlebens unmündig bleiben und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. (Was ist Aufklärung?) [Rep, 15]

Kierkegaard, Sören:

  • Existieren kann man nicht ohne Leidenschaft. (Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den Philosophischen Brocken, 2. Teil, Kap. 3, § 1: Das Existieren; Wirklichkeit) [DT, 22]

  • Nur von Verwandelten können Wandlungen ausgehen. (Normalerweise verifiziere ich die in meinen Kriminalromanen verwendeten Zitate immer anhand der Primärquellen. In diesem Fall ist es mir nicht gelungen, diese ausfindig zu machen, und ich muss mich daher auf einen Sekundärtext verlassen: Stefan Knischek: Lebensweisheiten berühmter Philosophen. Für Hinweise auf die Originalquelle wäre ich dankbar] [OC, 7]

  • Weißt du denn nicht, dass einmal eine Mitternachtsstunde kommt, da ein jeder sich demaskieren muss? (Entweder-Oder, 2. Teil, 2.: Das Gleichgewicht zwischen dem Ästhetischen und dem Ethischen in der Herausarbeitung der Persönlichkeit, 2. gr. Absatz) [Aus 14]

  • Der König ist nicht verantwortlich, wohl aber der Minister; nun lehnt auch der Minister die Verantwortlichkeit ab: Minister will er sein, aber nicht verantwortlich; die Verantwortung soll der Staatssekretär haben. Auf diesem Wege endet es natürlich damit, dass die Verantwortung an Nachtwächtern und Polizeidienern hängenbleibt. (Entweder-Oder, 1. Teil, 3.: Der Reflex des antiken Tragischen in dem modernen Tragischen) [Rep, 39]

Abstraktes Bild (Aquarell)

Lessing, Gotthold Ephraim:

  • Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgend ein Mensch ist, oder zu sein vermeinet, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. (Eine Duplik, I) [DT, 12]

Lichtenberg, Georg Christoph:

  • Die Klugheit eines Menschen lässt sich aus der Sorgfalt ermessen, mit der er das Künftige bedenkt. (Sudelbücher F 973) [OC, 1]

  • Niemand wird leugnen, dass in einer Welt, in welcher sich alles durch Ursache und Wirkung verwandt ist und wo nichts durch Wunderwerke geschieht, jeder Teil ein Spiegel des Ganzen ist. Wenn eine Erbse in die Mittelländische See geschossen wird, so könnte ein schärferes Auge als das unsrige die Wirkung davon auf der Chinesischen Küste verspüren. So erzählen die Schnitte auf dem Boden eines zinnenen Tellers die Geschichte aller Mahlzeiten, denen er beigewohnt hat. (Laune und Lehre: Über Physiognomik; wider die Physiognomen) [Inf, 26]

  • Er hatte eben einige lateinische Wörter apportieren gelernt. (Undatierbare und verstreute Bemerkungen 34) [Zep, 3]

  • Da liegen nun die Kartoffeln und schlafen ihrer Auferstehung entgegen. (Sudelbücher, G 191) [Zep, 22]

  • Dinge zu bezweifeln, die ganz ohne weitere Untersuchung jetzt geglaubt werden, das ist die Hauptsache überall. (Sudelbücher, J 1276) [Zep, 22 + 29]

  • Er hatte außer Leib und Seele eine fast zolldicke Maske von Speck über sich gezogen, die die Bewegung seiner Gesichtsmuskeln so verhüllte, als der Körper bei andern Leuten die Gedanken. Er konnte unter dieser Hülle lachen und Gesichter schneiden, ohne dass die Umstehenden das mindeste davon merkten. (Sudelbücher, E 173, ähnlich auch E 172) [Aus 6]

  • Der Mann hatte so eine gesetzte Umständlichkeit in allem, was er sagte, und eine solche frachtbriefmäßige Art sich auszudrücken, dass es gar kein lebendiger Mensch bei ihm ausdauren konnte. (Sudelbücher, E 43) [Aus 31]

  • An die Universitätsgaleere angeschmiedet. (Sudelbücher, H 119) [Aus 26]

  • Ich glaube nicht, dass unter der so genannten studierten deutschen Jugend die Summe leerer Köpfe je größer gewesen ist als jetzt. (Sudelbücher, F 498) [Aus 36]

  • Die Fliege, die nicht geklappt sein will, setzt sich am sichersten auf die Klappe selbst. (Sudelbücher, J 415) [Aus 43]

  • Seine eigene Figur lacht ihn aus. (Sudelbücher, E 93) [SR, 7]

  • Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemanden den Bart zu sengen. (Sudelbücher, G 13; auch: Materialheft I, 153) [SR, 31]

  • Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll. (Sudelbücher, K 293) [SR, 33]

  • Neue Blicke durch die alten Löcher. (Sudelbücher, F 879) [SR, 38]

  • Die Speisen haben vermutlich einen sehr großen Einfluss auf den Zustand des Menschen. (...) Wer weiß, ob wir nicht einer gut gekochten Suppe die Luftpumpe und einer schlechten den Krieg oft zu verdanken haben. (Sudelbücher, A 43) [D, 1]

  • Vom Wahrsagen lässt sich’s wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen. (Sudelbücher, J 787) [D, 9]

  • Bei noch jungfräulicher Vernunft. (Sudelbücher, D 375) [D, 10]

  • Bei Prophezeiungen ist der Ausleger oft ein wichtigerer Mann als der Prophet. (Sudelbücher, H 89) [D, 11]

  • Ich dank es dem lieben Gott tausendmal, dass er mich zum Atheisten hat werden lassen. (Sudelbücher, E 252) [D, 19]

  • Er trug die Livree des Hungers und des Elends. (Sudelbücher, B 199) [Rep, 17]

  • Es macht den Deutschen nicht viel Ehre, dass einen anführen (leiten) soviel heißt als einen betrügen. (Sudelbücher, D 377) [Rep, 39]

Locke, John:

  • Die Stärke unserer Überzeugung ist schlechterdings kein Beweis für ihre Richtigkeit. (Versuch über den menschlichen Verstand, Buch 4, Kap. 19, 11) [SR, 4]

Montaigne, Michel de:

  • Schwachköpfe kehren auch aus Niederlagen ruhmvoll heim. (verkürzt aus: Im übrigen wurmt mich an der Dummheit nichts so sehr wie dies, dass sie sie so selbstgefällig ist, wie es keine Vernunft vernünftigerweise sein kann. (...) Es ist das Vorrecht der Schwachköpfe, die andern Menschen über die Achsel anzusehen und aus jedem Kampfe in Triumph und Jubel heimzukehren) (Essais: Von der Kunst des Gesprächs) [OC, 12]

  • Das Besondere unseres Menschseins besteht darin, dass wir zugleich des Lachens fähige und lächerliche Wesen sind. (Essais: I, 50. Über Demokrit und Heraklit) [Zep, 9]

  • Nur Narren sind frei von Ungewissheit und Schwanken. (Essais: I, 26. Über die Knabenerziehung) [Zep, 20]

  • Falls ihr nicht zu sterben versteht – keine Angst! Die Natur wird euch, wenn es soweit ist, schon sagen, was ihr zu tun habt. (Essais: III, 12. Über die Physiognomie) [Zep, 27]

  • Die unscheinbarsten und feinsten Spitzen gehen am tiefsten unter die Haut, und wie die kleinen Buchstaben die Augen mehr anstrengen und ermüden, tun uns auch die kleinen Ärgernisse mehr weh. Die Häufung winziger Widrigkeiten setzt uns stärker zu als die Heftigkeit einer einzigen, und sei sie noch so groß. (Essais: III, 9. Über die Eitelkeit) [Aus 11]

  • Schon mancher galt der Welt als wunder wer, an dem seine Frau und sein Diener nichts entdecken konnten, das auch nur erwähnenswert gewesen wäre. (Essais: III, 2. Über das Bereuen) [Aus 18]

  • Wir schleppen unsere Ketten mit uns. (Essais: I, 39: Über die Einsamkeit) [SR, 3]

  • Wenn das Studium unser Urteilsvermögen nicht verbessert, könnte der Student seine Zeit ebenso gut beim Ballspiel verbringen, das würde zumindest seinen Körper ertüchtigen. Mit erfüllter Seele sollte er vom Studium zurückkommen, aber sie ist ihm nur geschwollen. Er hat sie aufgeblasen, statt sie wachsen zu lassen. (Essais: I, 25. Über die Schulmeisterei) [SD, 1]

  • Berauben wir den Tod zunächst seiner stärksten Trumpfkarte (...), berauben wir ihn seiner Unheimlichkeit, pflegen wir Umgang mit ihm, gewöhnen wir uns an ihn! (...) Es ist ungewiss, wo der Tod uns erwartet – erwarten wir ihn überall! (Essais: I, 20. Philosophieren heißt sterben lernen) [SD, 11]

  • Man schickt sein Gewissen ins Bordell und spielt zugleich den Biedermann. (Essais: III, 5. Über einige Verse des Vergil, im ersten Viertel) [SD, 39]

  • Alles, was uns fremd erscheint, verurteilen wir, und was wir nicht verstehen. (Essais: II, 12: Apologie für Raymond Sebond) [D, 35]

  • Wir mühen uns nur, das Gedächtnis vollzustopfen, Verstand und Gewissen jedoch lassen wir leer. (Essais: I, 25. Über die Schulmeisterei) [Rep, 1]

  • Welche Ursachen erfinden wir nicht für die Unglücksfälle, die uns treffen! Wie vielem schieben wir nicht zu Recht oder Unrecht die Schuld hierfür zu, nur um etwas zu haben, woran wir unsre Erbitterung auslassen können! (Essais: I, 4. Wie die Seele ihre Leidenschaften an falschen Gegenständen auslässt, wenn die richtigen ihr fehlen) [Rep, 6]

  • Ich habe oft Menschen getroffen, die vor lauter Höflichkeit unhöflich waren und ungeschliffen durch zuviel Schliff. (Essais: I, 13. Förmlichkeiten bei der Begegnung von Königen) [Rep, 8]

Nietzsche, Friedrich:

  • Wir, denen die demokratische Bewegung nicht bloß als eine Verfalls-Form der politischen Organisation, sondern als Verfalls-, nämlich Verkleinerungs-Form des Menschen gilt, als seine Vermittelmäßigung und Wert-Erniedrigung: wohin müssen wir mit unseren Hoffnungen greifen? (Jenseits von Gut und Böse, 203) [DT, 1]

  • Was ist gut? – Alles, was das Gefühl der Macht, den Willen zur Macht, die Macht selbst im Menschen erhöht. Was ist schlecht? – Alles, was aus der Schwäche stammt. (Der Antichrist, 2) [DT, 1]

  • Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Menschliches, Allzumenschliches 1, 483) [DT, 12 + 13]

  • Liebe und Hass sind nicht blind, aber geblendet vom Feuer, das sie selber mit sich tragen. (Menschliches, Allzumenschliches 1, 566) [OC, 14]

  • Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert. (Nachgelassene Fragmente 1882-1884, Sommer 1883, Nr. 159) [Inf, 1]

  • Durch Alkohol (und Haschisch) bringt man sich auf Stufen der Kultur zurück, die man überwunden hat. (Nachgelassene Fragmente Nov. 1887 – März 1888, II [85] (340) = Krit. Studienausg. Bd. 13, S. 41) [Aus 20]

  • Zu Gunsten der Kritiker. – Die Insekten stechen nicht aus Bosheit, sondern weil sie auch leben wollen: ebenso unsere Kritiker; sie wollen unser Blut, nicht unsern Schmerz. (Menschliches, Allzumenschliches 2, Vermischte Meinungen und Sprüche 164) [Aus 32]

  • Nicht, dass man etwas Neues zuerst sieht, sondern dass man das Alte, Altbekannte, von jedermann Gesehene und Übersehene wie neu sieht, zeichnet die eigentlich originalen Köpfe aus. Der erste Entdecker ist gemeinhin jener ganz gewöhnliche und geistlose Phantast – der Zufall. (Menschliches, Allzumenschliches 2, Vermischte Meinungen und Sprüche 200) [Aus 29]

  • Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein. (Jenseits von Gut und Böse, 146) [SD, 1]

  • Niemals aus anderen als aus diesen Augen in die Dinge sehen können? (...) Und das heißt vielleicht: die Unmöglichkeit der Erkenntnis! Jammer und Ekel! (Morgenröte, 483) [SD, 24]

  • Was der Vater schwieg, das kommt im Sohne zum Reden; und oft fand ich den Sohn als des Vaters entblößtes Geheimnis. (Also sprach Zarathustra, Von den Taranteln) [SD, 37]

  • Hat man sein warum? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem wie? (Götzen-Dämmerung, Sprüche und Pfeile 12) [D, 35]

  • Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst: entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können. (Menschliches, Allzumenschliches 2, Vermischte Meinungen und Sprüche 358) [Rep, 34]

Pascal, Blaise:

  • Nichts gibt Sicherheit außer der Wahrheit, nichts gibt Ruhe außer der aufrichtigen Suche nach der Wahrheit. (Pensées, Lafuma 599 / Brunschvicg 908) [Inf, 21]

  • Das Herz hat seine (Vernunft-)Gründe, die die Vernunft nicht kennt. (Pensées, Lafuma 423 / Brunschvicg 277) [Aus 27]

  • Es gibt zwei gleich gefährliche Abwege: die Vernunft auszuschließen und nichts anzuerkennen außer der Vernunft. (Pensées, Lafuma 183, Brunschvicg 253) [D, 27]

  • Was unbegreiflich ist, ist darum nicht weniger wirklich. (Pensées, Lafuma 149 / Brunschvicg 430) [D, 30]

  • Wäre die Nase der Kleopatra kürzer gewesen, hätte sich das Gesicht der Erde anders gestaltet. (Pensées, Lafuma 413 / Brunschvicg 162) [Rep, 4]

  • Der Mensch macht gewöhnlich drei Reifestufen durch. Zuerst lernt er die richtigen Antworten. Im zweiten Stadium lernt er die richtigen Fragen, und auf der dritten und letzten Stufe lernt er, welche Fragen sich überhaupt lohnen. (Normalerweise verifiziere ich die in meinen Kriminalromanen verwendeten Zitate immer anhand der Primärquellen. In diesem Fall ist es mir nicht gelungen, diese ausfindig zu machen, und ich muss mich daher auf einen Sekundärtext verlassen: Stefan Knischek: Lebensweisheiten berühmter Philosophen. Für Hinweise auf die Originalquelle wäre ich dankbar) [Rep, 39]

Platon:

  • Die Seele ist an ihren Körper gefesselt und mit ihm verwachsen, gezwungen, die Wirklichkeit durch den Körper zu sehen wie durch Gitterstäbe, anstatt durch ihre eigene ungehinderte Sicht. (Phaidon, 82e) [Inf, 24]

Abstraktes Bild (Aquarell)

Rousseau, Jean-Jacques:

  • Der Anblick eines glücklichen Menschen stößt den anderen weniger Liebe als Neid ein. (Emil, Bd. 2) [OC, 18]

Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph:

  • Erkenne, was du bist, und sei, als was du dich erkannt hast. (Über die Natur der Philosophie als Wissenschaft, Erlanger Vorträge) [OC, 14]

Schleiermacher, Friedrich:

  • Die Liebe geht darauf aus, aus zweien eins zu machen, die Freundschaft darauf, aus jedem zwei zu machen. (Schriften aus der Berliner Zeit, 1800-1802, Gedanken V, Nr. 51) [ Inf, 4]

Schopenhauer, Arthur:

  • Was macht den Philosophen? Der Mut, keine Frage auf dem Herzen zu behalten. (Vom Nutzen der Nachdenklichkeit, I: Über die Philosophie) [DT, 10]

  • Eine gefasste Hypothese gibt uns Luchsaugen für alles sie Bestätigende und macht uns blind für alles ihr Widersprechende. (Die Welt als Wille und Vorstellung, Band II, Ergänzungen zum 2. Buch, Kap. 19) [OC, 1]

  • Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. (Parerga und Paralipomena, Aphorismen zur Lebensweisheit, Von dem was einer vorstellt) [Inf, Beginn II]

  • Ein eigentümlicher Fehler der Deutschen ist, dass sie, was vor ihren Füßen liegt, in den Wolken suchen. (Parerga und Paralipomena II, Kap. 9, § 120) [D, 36]

Seneca:

  • Das Schicksal sucht sich die Tapfersten als gleichwertige Gegner. (De providentia, 3-2 bis 3-14) [OC, 13]

  • Mehr als nötig leidet, wer leidet, bevor es nötig ist. (Briefe an Lucilius, Epistulae Morales 98,8) [Zep, 1]

  • Nicht, weil etwas schwer (schwierig) ist, fürchten (wagen) wir es; sondern weil wir es fürchten, ist es schwer. (Briefe an Lucilius, Epistulae Morales 104, 26) [SD, 40]

Sokrates:

  • Es ist besser, Unrecht zu leiden, als Unrecht zu tun. (Platon: Gorgias 474b) [SR, 40]

  • (auf die Frage, ob man heiraten soll:) Was du auch tust, du wirst es bereuen. (Diogenes Laertios, 2,33) [D, 1]

Spinoza:

  • ... dass der letzte Zweck des Staates nicht ist zu herrschen noch die Menschen in Furcht zu halten oder sie fremder Gewalt zu unterwerfen, sondern vielmehr den einzelnen von seiner Furcht zu befreien (...) zu bewirken, dass ihr Geist und ihr Körper ungefährdet seine Kräfte entfalten kann. (...) Der Zweck des Staates ist in Wahrheit die Freiheit. (Theologisch-politischer Traktat, Kap. 20) [SD, 15]

Voltaire:

  • Die nützlichsten Bücher sind diejenigen, die den Leser zu ihrer Ergänzung auffordern. (Philosophisches Wörterbuch, Vorwort) [OC, 7]

  • Alle Fanatiker sind Schurken mit gutem Gewissen und morden in gutem Glauben an eine gute Sache. (Philosophisches Wörterbuch: Fanatismus [OC, 10]

  • Fanatiker sind gefährlicher als Schurken. Einen Schurken kann man zur Vernunft bringen, einen Besessenen nie. (Potpourri, 2) [Zep, 23]

  • Ich zitiere nicht gern; meist ist dies ein dorniges Geschäft: man unterschlägt, was der zitierten Stelle vorangeht und was ihr folgt, so dass man sich tausendfachem Zank aussetzt. (Philosophisches Wörterbuch: „Gut, Alles ist“) [Aus 44]

  • Zufall ist ein Wort ohne Sinn; nichts kann ohne Ursache existieren. (Philosophisches Wörterbuch, Bd. 6, Philosophie, Sektion IV) [SD, 24]

  • Wir erkühnen uns, in Frage zu stellen, ob die vernunftbegabte Seele Geist oder Materie ist, ob sie vor uns geschaffen ist, ob sie bei unserer Geburt aus dem Nichts hervorgeht, ob sie, nachdem sie uns kurze Zeit auf Erden belebt hat, nach uns in der Ewigkeit weiterlebt. Das scheinen erhabene Fragen zu sein. Was sind sie aber in Wirklichkeit? Fragen von Blinden, die zu anderen Blinden sagen: Was ist das Licht? (Philosophisches Wörterbuch: Seele) [D, 27]

Weber, Karl Julius:

  • Es gibt Männer, welche die Beredsamkeit weiblicher Zungen übertreffen, aber kein Mann besitzt die Beredsamkeit weiblicher Augen. (Demokritos: Über die Sinne) [Inf, 26]

  • Von oben herab muss reformiert werden, wenn nicht von unten herauf revolutioniert werden soll. (Demokritos, 8. Band, XIII. Staatsbetrachtung eines alten Welt- und Mondbürgers) [SR, 33]

  • Bei denen, die gar nicht vom Fleck zu bringen sind, ist Vaterlandsliebe nichts als Liebe des Esels für seinen Stall. (Demokritos, Staat und Gesellschaft: Von den Nationen) [SD, 16]

  • Das Gesicht ist das Protokoll des Charakters. (Demokritos, 3. Band, V. Fortsetzung zu „Subjektive Unterschiede des Lächerlichen in Ansehung der Temperamente“) [Rep, 13]

Wieland, Christoph Martin:

  • Bei leerem Magen sind alle Übel doppelt schwer. (Das Wintermärchen) [Inf, 1]