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Tipps und Tricks für Selbstverleger, Teil 2 (September 2013)


 

Das Cover

Kommen wir zum kniffligen Teil: das Cover. Auch wenn wir hier von E-Books reden – das Interesse potentieller Leser wird nun mal mit den Ködern des klassischen Buches geweckt: Titel, Klappentext, Cover. Nun ist nicht jeder Autor auch ein Grafiker, trotzdem, besser gesagt: gerade deshalb sollte man für das Cover besondere Sorgfalt an den Tag legen. In der Regel verfügen alle Anbieter über einen Cover Generator, über den man z.B. eigene Fotos in ein vorgegebenes Layout einfügen kann. Da ich jedoch auch Illustrator bin, male ich mein Cover natürlich selbst.

Meine Geschichte handelt von dem neunjährigen Jason, der beschnitten wird, und von den schmerzvollen Konsequenzen dieses Ein-Schnitts. Das Thema optisch umzusetzen, ist nicht einfach. Tausend Varianten gehen mir durch den Kopf. Ich möchte natürlich, dass ersichtlich ist, worum es geht, andererseits aber jede Plattheit vermeiden und das Bild eher assoziativ gestalten. Außerdem muss ich berücksichtigen, dass das Cover auch in Briefmarkengröße aussagekräftig sein soll, denn in dieser Größe wird es in den meisten Internet-Shops abgebildet werden.

Ein Zitat am Ende der Geschichte, in dem die Vorhaut mit der Knospe einer Rose verglichen wird, bringt mich auf die richtige Spur. Ich male eine Rosenknospe (in Aquarell, meiner bevorzugten Maltechnik) und versuche gleichzeitig, phallische Assoziationen zu wecken und eine Stimmung zu beschwören, die ahnen lässt, dass hier etwas ganz und gar nicht so harmlos ist, wie in der Öffentlichkeit gern getan wird. Fünf Versionen erarbeite ich, drei in Aquarell und zwei in Acryl. Zwei davon halte ich für möglich, nämlich diese beiden hier.

Unberuehrbar - Coverbild   Unberuehrbar - Alternativcover

Am Ende entscheide ich mich für die erste Version, die dezentere.

 

Titel und Klappentext

Mir gefällt der Titel „Unberührbar“, schon wegen seiner Vieldeutigkeit. Zusammen mit dem Coverbild kann man ahnen, in welche Richtung die Geschichte geht, ohne mit dem Holzhammer darauf gestoßen zu werden. Nur leider gibt es diesen Titel bereits. Mehrfach. Im Markenschutz heißt es, es komme auf die Kennzeichnungskraft an, ein Titel wie „Das Haus“ beispielsweise ist nicht per se schützbar. Rechtlich gesehen geht es darum, dass Bücher nicht miteinander verwechselt werden dürfen, ein entsprechender Untertitel würde also zur Unterscheidung genügen.

Tagelang laufe ich durch die Gegend und grübele darüber nach, ob ich nicht doch lieber gleich einen anderen Titel wählen soll, aber alles, was mir einfällt, ist um Klassen schlechter. Auch Untertitel probiere ich zuhauf, einer blöder als der andere. Schließlich entscheide ich mich für „oder: Nur ein kleiner Schnitt“. Zwar fände ich es nach wie vor schöner, wenn der Titel für sich allein stünde, aber wenigstens weist der Untertitel dezent in die richtige Richtung.

Der Klappentext hingegen bereitet mir keine Schwierigkeiten. Da ich meine Geschichten immer durch die Augen meiner Figuren erzähle, setze ich dieses Prinzip möglichst auch in den Werbetexten um:

Jason soll beschnitten werden. Ob das wohl weh tut? Nein, sagen alle, es ist vielleicht ein bisschen unangenehm, mehr nicht. Aber warum weicht sein Freund Hakan dann allen Fragen aus? Warum reißt jeder, mit dem er darüber reden will, bloß dumme Witze? Warum huschten alle so schnell wie möglich über das Thema hinweg, als fürchteten sie, eine verbotene Tür zu öffnen und etwas Schreckliches herauszulassen?

 

Was sonst noch zu beachten ist

Spätestens jetzt wird es Zeit, die Dinge einzutragen, über die man sich hoffentlich schon vorher Gedanken gemacht hat: das Genre etwa oder die Schlüsselworte, die helfen, das E-Book per Suchmaschine zu finden. Den Preis (auch E-Books unterliegen der Preisbindung!) und wie lang die frei verfügbare Leseprobe sein soll. Üblich sind hier zwischen zehn und zwanzig Prozent, da diese sich aber anscheinend nicht auf Zeichen, sondern auf Seiten beziehen, wobei die Titelseiten mitgezählt werden, habe ich bei meiner Kurzgeschichte fünfunddreißig Prozent gewählt, andernfalls wären nur eine Handvoll Absätze zu lesen gewesen.

 

Wer neugierig geworden ist - hier geht es zu "Unberührbar".

 

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