Das Amerika-Luftschiff LZ 126 der Zeppelin-Werft

(später Z.R.III "Los Angeles")


Der Zeppelin mit der Firmenbezeichnung LZ 126 verdankt seine Entstehung einer außergewöhnlichen Situation und einer mutigen Entscheidung.

Da die Siegermächte des Ersten Weltkrieges ein Interesse daran hatten, die militärischen Möglichkeiten der Deutschen einzuschränken, untersagten sie ihnen im Londoner Protokoll den Bau großer Luftschiffe und setzen alles daran, die völlige Demontage sämtlicher Luftfahrteinrichtungen in Deutschland zu erreichen, was über kurz oder lang auch das Ende der Zeppelinwerft bedeutet hätte.

In dieser Lage kam Hugo Eckener, Leiter des Zeppelinkonzerns und Luftschiffkommandant, auf die Idee, den USA statt der geforderten 3,2 Millionen Goldmark Kriegsentschädigung ein neues Luftschiff als Ersatz anzubieten: den LZ 126. Das Deutsche Reich zahlte also die Reparationsleistungen als Baukosten an die Zeppelin Luftschiffbau GmbH, die den Zeppelin an die USA lieferten. Somit war das Unternehmen vorerst gerettet, und die Mitarbeiter konnten weiter beschäftigt werden.

Allerdings gab es ein Problem: Die amerikanische Militärkommission stimmte dem Vertrag nur unter der Bedingung zu, dass das Luftschiff in gutem Zustand in Lakehurst übergeben werde, und eine Atlantiküberquerung barg ein erhebliches Risiko. Unter diesen Umständen war die deutsche Regierung nicht bereit, für die Überführung zu haften, weil sie nicht zweimal zahlen wollte, falls dem Schiff unterwegs etwas zustieße. Deshalb setzte Hugo Eckener schließlich alles auf eine Karte, indem er mit dem Vermögen des Zeppelinkonzerns bürgte.

Der Zeppelin wurde gebaut und im Sommer 1924 vollendet. Vor dem Aufbruch nach Amerika wurden insgesamt sechs Testfahrten durchgeführt (nicht fünf, wie häufig zu lesen ist):

Am 12.10.1924 startete das Luftschiff dann zu seiner eigentlichen Reise und erreichte am 15.10. wohlbehalten Lakehurst. Dauer der Fahrt: 81 Stunden (für 8.050 km).

Grundriss der Führergolndel des LZ 26

Quellen: Materialien aus dem Zeppelin-Archiv Friedrichshafen, u. a. das Bordbuch des LZ 126

Lesetipp: Wie es an Bord des LZ 126 ausgesehen hat und mit welchen Schwierigkeiten Luftfahrtpioniere zu kämpfen hatten, kann man in dem spannenden Kriminalroman „Zeppelin 126“ nachlesen.

 

 


 

Serie: Weimarer Republik / Zwanziger Jahre / 20er Jahre (10)

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